Vor- und Nachteile von SSDs

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Ob als lohnenswertes Upgrade für einen alten Rechner oder Herzstück einer Neuanschaffung: Solid-State-Drives (SSDs) können den alltäglichen Umgang mit Computern deutlich schneller machen. Wer alles über die Vor- und Nachteile der neuen Laufwerke wissen will, kann sich hier informieren:

Wenn über die Geschwindigkeit eines Computers geredet wird, denken die meisten Anwender an den Prozessor. Mit immer höheren Taktfrequenzen und immer mehr Prozessorkernen versprechen die Hersteller immer schnellere Computer. Die Rechenleistung eines PCs ist tatsächlich eine der ausschlaggebendsten Faktoren, welche die Geschwindigkeit bestimmen – doch auch der modernste Prozessor kann Daten nur so schnell verarbeiten, wie diese eingelesen werden können.

Die eher unscheinbare Festplatte ist in vielen Systemen der Flaschenhals. Seit einigen Jahren versprechen sogenannte SSDs Abhilfe. Diese Solid-State-Drives arbeiten im Vergleich zu traditionellen Festplatten mit weitaus höheren Schreib- und Lesegeschwindigkeiten und können so selbst ältere PCs spürbar schneller machen.

1. Technische Unterschiede zur herkömmlichen Festplatte

SSDs bestehen, ähnlich wie beispielsweise RAM- oder USB-Speicher, aus fest verarbeiteten Mikrochips, klassische Festplatten hingegen bestehen aus beweglichen Einzelteilen. Der Lese- und Schreibkopf einer Festplatte muss, ähnlich wie bei einer CD oder Schallplatte, mechanisch an die entsprechende Stelle geführt werden, auf der die Daten abgelegt sind. Diese ständigen Bewegungsabläufe schränken die Performance enorm ein und sind allzu oft Ursache für verschleißbedingte Defekte. Da SSDs ohne diese Bestandteile arbeiten, sind sie in vielen Fällen deutlich überlegen.

2. Vorteile der SSD

Wie bereits erwähnt ist vor allem die Geschwindigkeit die eindeutige Stärke der SSD. Diese kann beispielsweise den Startvorgang des Betriebssystems halbieren und ressourcenintensive Programme bis zu viermal schneller aufrufen. Hinzu kommt, dass die Leistung der SSDs weitaus weniger von Faktoren wie Fragmentierung betroffen und damit gleichmäßiger ist.

Solid-State-Drives sind allerdings auch mit Hinblick auf sekundäre Eigenschaften überlegen. Die in klassischen Festplatten verwendeten, empfindlichen Kleinteile sind anfällig für externe Einwirkungen. Vibration oder Schläge, gegen die SSDs immun sind, können bei altmodischen Festplatten Fehler und sogar irreparable Schäden verursachen. Die kompakteren und leichteren SSDs verbrauchen zudem im Vergleich deutlich weniger Strom und erzeugen kein Lärm und kaum Hitze.

Daher werden SSDs auch beim Einsatz in Laptops immer beliebter. Der geringere Stromverbrauch erhöht die Batterielaufzeit, die Bauart reduziert das Gesamtgewicht sowie die Temperaturentwicklung und die Beständigkeit gegen Einflüsse von außen, die gerade bei Mobilgeräten häufiger vorkommen, garantiert einen fehlerfreien Einsatz.

Inzwischen sind die Preise von SSDs so gering geworden, dass sich mechanische Festplatten nur noch in den seltensten Fällen wirklich lohnen:

 MVMe SSD SATA SSDFestplatte
Kosten (Stand 10.2020)€ 0,10 pro Gigabyte€ 0,08 pro Gigabyte€ 0,03 pro Gigabyte
Schwerwiegende FehlerSehr seltenSehr seltenSehr selten

Insgesamt also ist die Verlässlichkeit ein großer Pluspunkt. Mittlerweile haben diese Speicher eine höhere Lebenserwartung als ihre mechanischen Gegenstücke. Weniger Einzelteile bedeuten weniger Fehlerquellen.

Auf einen Blick sind die Vorteile:

  NVMe SSDSATA SSDFestplatte
ÜbertragungsgeschwindigkeitBis zu 3500 MB/s Bis zu 600 MB/sBis zu ~150 MB/s
StromverbrauchCa. 6 WattCa. 8 WattCa. 10 Watt
Gewicht, Größe. TemperaturGering GeringHoch
Empfindlichkeit ggü. ErschütterungGering GeringHoch
FehleranfälligkeitGering GeringHöher

3. Nachteile von SSD Festplatten

Die Wiederherstellung einer SSD ist aufwändiger als bei einer HDD. Wobei eine ordentliche Datensicherung immer Pflicht ist!

SSDs lassen sich, im Gegensatz zu klassischen Festplatten nicht unbegrenzt häufig überschreiben, ohne dabei an Performance zu verlieren. Im alltäglichen Gebrauch ist dieser Aspekt dank der technologischen Fortschritte der letzten Jahre kaum von Bedeutung, unnötige Schreib- und Löschvorgänge, wie beispielsweise durch Defragmentierungsprogramme, sollten allerdings weiterhin vermieden werden.

4. Empfehlung

Wer häufig mit dem PC arbeitet oder insg. nicht besonders viel Speicherbedarf hat sollte sich nicht die Frage stellen ob eine SSD eine sinnvolle Ergänzung ist, sondern welche SSD für die persönlichen Bedürfnisse geeignet ist. Für die meisten Nutzer wird der gezielte Einsatz einer SSD ohne ein traditionelles Laufwerk die beste Lösung sein. Wir empfehlen Ihnen beim Kauf eines neuen Computers oder Laptops immer mind. eine 240 GB SSD. Vor allem auch bei Altgeräten ab einem Intel Core i3 und PCs die jünger als 5 Jahre sind, lohnt sich ein SSD-Upgrade.

Kleinere SSDs mit einer Kapazität von 240 GB sind bereits ab etwa 25€ zu haben und bieten für essenzielle Funktionen, die am meisten von der verbesserten Geschwindigkeit profitieren, ausreichend Platz. Neben dem Betriebssystem sollten auch alle Programme auf SSDs installiert werden, um den größten Nutzen zu ziehen. Große Datenmengen hingegen, wie beispielsweise Musiksammlungen oder digitale Fotoalben, können weiterhin auf den alten Platten verweilen.

Die meisten modernen Betriebssysteme sind bereits für den Einsatz von SSDs optimiert. Für Interessierte allerdings finden sich im Internet viele einsteiger freundliche Tipps und Tricks, wie man ein SSD-System weiter optimieren kann.

Insgesamt stellt ein Solid-State-Drive eine der besten Investitionen für all jene dar, die mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel aus ihren Rechnern rausholen wollen. Wir persönlich nutzen daher in unseren eigenen Rechner und unseren Kundenrechner seit ca. 2016 ausschließlich SSD Festplatten.

Wenn Sie zum Thema Datensicherung oder SSDs fragen haben oder auch davon profitieren wollen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung als Beratung oder stellen Ihnen auch Angebote zusammen. 

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